Was bringen SSD Festplatten?

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Ralf
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Was bringen SSD Festplatten?

Beitrag von Ralf » 21.10.2011, 14:26

Hallo,

hier ein Test eines Kunden:
viewtopic.php?t=4045
Diese Empfehlung ist KEINESFALLS für PC-Laien gedacht!
Und: Wir sprechen über ein ganz normales Notebook (MSI VR601) mit 2 GB RAM.

Nachdem ich einigen Bekannten von meinem "Problem" erzählte, gab mir einer den Tipp, mich
mal mit SSD-Festplatten zu beschäftigen. Hierzu sei gleich zu Beginn gesagt, dass dies keine
besonders preiswerte Lösung ist. Mir hat sie jedoch geholfen, wenngleich eine Windows -Neuinstallation
und einige Euronen fällig wurden.
Falls jemand in einer ähnlichen Situation ist, möchte ich ihm mit diesem Erfahrungsbericht helfen.

Sollten Quelle- oder Markennamen hier nicht gewünscht sein, bitte ich die Moderatoren, die
entsprechenden Passagen zu löschen.

Wie ich schon wusste (Quelle: Windows Vista "Resourcenmonitor"), war meine Festplatte
der Flaschenhals. Mit dem Testprogramm "CrystalDiskInfo 3.8.0c" (Freeware)
ermittelte ich ca. 50 MB/s Datendurchsatz.

Dies ist ein normaler Wert für "normale" Festplatten. Also musste eine "nicht normale" Festplatte
her - eine SSD (Solid State Disk)!


Dies ist kurz gesagt ein Flash-Speicher, wie man ihn bereits bei USB-Sticks teilweise (!) findet.
Jedoch muss man bereit sein, 2 EUR pro GB auszugeben - nach oben geht's durchaus weiter!
Es macht aber durchaus Sinn, weiterzulesen, da es SSD-Platten schon ab 80 GB gibt.
Wenn man darauf sein Windows installiert (ein Einbaurahmen zu 3,5" ist meist dabei), macht das
durchaus Sinn!! Auch bei "grossen" PCs halten SSDs nach und nach Einzug.
Windows auf SSD (C) und die Daten auf einer externen Platte (D) - das könnte sich lohnen!

SSDs versprechen einen Datendurchsatz von knapp 300 MB/s, also sechs mal mehr/schneller!
Wegen des guten Preis-Leistungsverhältnisses entschied ich mich für eine "Corsair F120".
Wie der Name sagt, handelt es sich dabei um eine 120 GB Platte. Bei den Preisen muss ich eben auch
rechnen ...

Vom Ergebnis bin ich schlichtweg sprachlos!
Natürlich habe ich direkt nach der Windows Installation einen Benchmark gestartet!
Und es wurden tatsächlich ..... 270 MB/S (dasselbe Programm lieferte mir vorher 45 MB/s).

Ich habe soeben zwei Filme beschnitten und in MPEG umgewandelt.
Im Ressourcenmonitor sah ich bereits, dass nunmehr die CPU 99% der Zeit voll ausgelastet war.
Die Festplatte hingegen nur 30% und der RAM 43%.

Ein 3.5GB (2:20 h) - Film mit fünf Schnittbereichen ergab hinterher 1:30h reine Filmzeit.
Das ist ja kein "Wow", aber das "Done, 187s" ist einer!
Ich wollte gerade - wie gewohnt- für eine Pause auf die Terasse gehen, da ist die Kiste
schon fertig!!


Man mag es ja kaum glauben, aber hier das Log:
---------------------------------------------------------------------------------
Pass 1: Demultiplexing recording to prepare for MPEG PS:
C:\Topf\0815 - In der Heimat
First Video PTS is 0:05:20,475
First Audio PTS is 0:05:20,600
Patching Aspect Ratio to 4:3
Compensated MPG Audio Delay: 124ms
Video PID: 07FF, PTS: 0h36:03,480
Cut detected! 708s
Removing useless B-Frames! 80ms
Dropped Audio Frames: 168ms
Video PID: 07FF, PTS: 1h18:55,440
Cut detected! 708s
Removing useless B-Frames! 80ms
Dropped Audio Frames: 48ms
Video PID: 07FF, PTS: 2h01:37,320
Cut detected! 855s
Removing useless B-Frames! 80ms
Dropped Audio Frames: 120ms
Reached end of stream.

Synch Summary:
Skipped or missing Video Frames: 2272160ms
Skipped or missing Audio Frames: 2271960ms
Runtime Summary:
Total video runtime: 1h32:03,240
Total audio runtime: 1h32:03,244

Pass 2: remuxing
===========================================

Video stream info:
Average bitrate: 2.069 Mbit/s
Peak bitrate: 8.598 Mbit/s

Multiplexing OK: no Buffer underflow
Multiplexing finished!
Done, 187s
-----------------------------------------------------------------------------------------------

Nach drei Minuten (statt früher 15-20) war "DVR-Studio Pro" fertig!
Das Programm ist schon immer sehr schnell gewesen, deshalb liebe ich es ja so - aber das?!
So eine Festplatte ist genau die Lösung, die ich suchte!
Jetzt sehe ich die CPU bei 99% der Zeit Vollauslastung, aber dafür wird sie schliesslich bezahlt!

Endlich tut der "Rechner", mal was er soll: rechen!
Ohne SSD müsste er eigentlich "Warter" heissen, weil er immer auf die Festplatte wartet.

Hier noch einige Anmerkungen dazu:
Da SSD-Platten ganz anders als "normale" (drehende) Platten
arbeiten, sollte sich ein Interessent zuvor belesen!
SSD-Platten haben keine Mechanik. Das mindert Geräusche und spart Energie. Jedoch haben sie
auch so ihre Eigenheiten.
Wer sich vorm Kauf gut informiert, stolpert relativ schnell über den sogenannten "TRIM"-Befehl.
Dieser sagt einer SSD-Platte, dass eine Datei gelöscht wurde und sie nun den dafür vorgesehenen
Speicherplatz wieder freigeben kann.

Leider unterstützt erst "Windows 7" diesen Befehl
Alle vorherigen Versionen benötigen mehr oder weniger manuelle Tools, deren Handhabung und Nutzen
im Netz kontrovers diskutiert werden.
Da beim Einsatz einer SSD ohnehin die Neuinstallation des Betriebssystems empfohlen wird, entschloss
ich mich, gleichzeitig WIn 7 einzuführen. Je nach Anspruch kämen also in diesem Fall nochmal 90,-
(Home Premium) oder 120 (Professional) oder noch mehr dazu. Da ich nach einem ganzen Abend noch immer
nicht wusste, welche Version für mich die bessere wäre, entschied ich mich für die "Professionell".
Wuschhhhh - nochmal 120,- EUR weg. Aber es hätten genauso gut "nur" 90.- sein können!
Egal, diese Entscheidung muss jeder selber treffen, ich kann dabei leider nicht helfen.

Ein weiterer Punkt ist das unklare Energiemanagement.
Wer nach SSD in Verbindung mit "Ruhezustand" oder "Energie sparen" sucht, findet viele Einträge.
Bei mir ist es so, dass keiner der Tipps half und ich (unter Win 7) das Notebook am besten
ausschalte. Alle anderen "Aufwachversuche" -aus welchem Zustand auch immer- bringen komplette
Systemabstürze und starten den Rechner neu! Na gut, also beim "zu-Bett-gehen" AUS die Kiste.

Hier kommt aber wieder der "lachende SSD-User":
Durch die schnelle Leserate startet das OS aber deutlich schneller, deshalb hält sich der "Verlust"
in Grenzen. Ich vermisse meinen "Ruhezustand" aber schon, denn ich habe eigentlich IMMER 5 Webbrowser
mit wiederum x Seiten offen. Naja, irgendwas ist halt immer.

Eines noch:
Wer sich (wie ich) für Win 7 entscheidet, sollte vorher prüfen, ob die Lieblingsprogramme auch
unter Win 7 laufen! Das ist bei jedem neuen Betriebssystem so.
Ich habe gerade 70$ (ja $) für eine aktuelle Version meines Lieblingseditors ausgegeben.
Aber, wer sich mit einer SSD beschäftigt UND dabei das OS wechselt, ist (hoffentlich) ohnehin
"schmerzfrei".

Fazit:
SSD - Platten müssen sich unbedingt noch an die Energiesparzeiten von Windows anpassen!
Bei mir (!) funktioniert keiner der "Ruhezustand" oder "Energie sparen" - Optionen.
Das mag meiner Unwissenheit geschuldet sein, aber dass das Netz voll davon ist, zeigt den Bedarf.
Es können nicht alle so doof sein wie ich!
Bemn Datendurchsatz ist die SSD eine bislang unbekannte Dimension. Wenn ich bei der Videobearbeitung
20% der herkömmlichen Zeit brauche, ist das durchaus interessant!
Mit freundlichen Grüßen

Ralf

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